Das Gebäude des SKW-Energiezentrums E hoch zwei der Hochschule Niederrhein

 

SWK FORSCHT FÜR 
DEUTSCHLAND


Früher ging es bei der Müllverbrennung primär um die sichere Entsorgung von Abfällen. Heute ist auch die Nutzung der bei der Verbrennung frei werdenden Energie von großer Bedeutung. In diesem Kontext untersucht die Hochschule Niederrhein jetzt gemeinsam mit uns – EGK und SWK – das Flexibilisierungspotenzial der Anlage. Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich der Energieträger Abfall bundesweit einsetzen lässt, um die Ziele der Energiewende zu erreichen.

Der klimafreundliche Umbau des Energiesystems ist eine der großen technologischen Herausforderungen unserer Zeit: Vor allem das schwankende Energieangebot aus Wind- oder Solaranlagen macht es notwendig, nach flexibleren Wegen der nachhaltigen Energieerzeugung zu suchen – etwa durch die sogenannte Sektorenkopplung, die bislang voneinander getrennte Energieverbrauchsbereiche wie Elektrizität und Wärme miteinander verbindet und so Synergien nutzt.

Simulation am Computer

Das Forschungsprojekt „Erzeugungs- und Lastmanagement in Müllverbrennungsanlagen als Beitrag zur Sektorenkopplung“ (ELMAR) läuft insgesamt drei Jahre. Mit Hilfe einer Simulationssoftware möchten die Wissenschaftler am SWK E² – Institut für Energietechnik und Energiemanagement der Hochschule Niederrhein das technische Umfeld der Anlage abbilden, um die Wirkung von veränderten Betriebsweisen analysieren zu können. Mit Hilfe dieser Simulation und auch in anschließenden Betriebsversuchen wollen die Projektpartner herausfinden, welchen Mehrwert eine modifizierte Betriebsweise der MKVA möglicherweise schaffen kann.

v.l.: Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Roos (Geschäftsführer EGK), Kerstin Abraham (Vorstand SWK) und Thomas Brangers (EGK)
Drei Personen, davon zwei Männer in Anzug und eine Frau im Mantel, stehen um den Aufsteller des ELMAR-Projektes herum vor der EGN-Anlage

Die Krefelder Anlage ist für das Vorhaben besonders geeignet, weil sie im Vergleich zu ähnlichen Anlagen eine Reihe von zusätzlichen Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Dazu gehören etwa das im Anlagenverbund betriebene Großklärwerk und die Klärschlamm-Trocknungsanlage als Eigenverbraucher für Strom und Wärme sowie die energetische Nutzung des Faulgases und des getrockneten Klärschlamms aus der Kläranlage, die Wärmeeinspeisung ins Fernwärmenetz zur Versorgung der Stadt Krefeld sowie drei Blockheizkraftwerke und zwei Heizwerke, die in das Fernwärmenetz integriert sind.

Dank der vielfältigen Nutzungsoptionen hat das Krefelder Projekt Modellcharakter für die bundesweite Entwicklung des Sektors Entsorgung. „ELMAR“ soll klären, inwieweit Abfall als Lieferant für Energie dazu dienen kann, Schwankungen bei Wind- und Sonnenenergie flexibel auszugleichen, um so zur Versorgungssicherheit beitragen zu können.

Biogener Abfall

Aus Nachhaltigkeitssicht ist der hohe Anteil von biogenem Abfall im Restmüll interessant: In Krefeld liegt er bei 50 Prozent, sodass die Hälfte des hier zur Erzeugung von Strom und Wärme verbrannten Abfalls den erneuerbaren Energien zuzurechnen ist. Mit ELMAR leistet die EGK einen wichtigen Beitrag zur energetischen Optimierung der MKVA und bietet die Möglichkeit für einen weiteren Schritt in Richtung Energiewende.

Grafik mit den Logos der Kooperations- und Förderungspartner
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